Baumängel und Bauschäden in der Verkehrswertermittlung

Liegen wertrelevante Baumängel und Bauschäden oder ein rückgestauter Reparaturbedarf vor, so sind diese im Zuge der Verkehrswertermittlung durch Immobiliensachverständige entsprechend zu berücksichtigen.

Baumängel und Bauschäden können den Verkehrswert einer Immobilie erheblich beeinflussen. Die Einschätzung des wertmindernden Einflusses von Baumängel und Bauschäden auf den Verkehrswert stellt eine komplexe Aufgabe für ImmobilienbewerterInnen dar. Es gilt die Frage zu klären, wie der Markt auf Baumängel und Bauschäden bzw. auf die damit verbundenen Schadensbehebungskosten reagiert. In angespannten Märkten mit hoher Nachfrage und einem knappen Angebot ist die Auswirkung von Baumängel und Bauschäden auf den erzielbaren Kaufpreis grundsätzlich geringer anzusehen. Allerdings wird die Reaktion des Marktes beispielsweise auch von der konkreten Schadensart und dem Umfang des Schadens abhängen. Im Sinne des Grundsatzes der „höchsten und besten Nutzung“ (highest and best use) wird im Zuge der Wertermittlung auch darauf zu achten sein, ob eine Schadensbehebung tatsächlich die wirtschaftlich sinnvollste Lösung darstellt oder ob im Einzelfall sogar Liquidationsüberlegungen in Betracht zu ziehen sind.

In diesem Seminar erhalten Sie einen detaillierten Überblick über mögliche Einflussparameter auf die Höhe der Wertminderung infolge von Baumängel und Bauschäden, die ihnen in Ihrer gutachterlichen Bewertungspraxis von Nutzen sein werden.

Für die Berücksichtigung von Baumängel und Bauschäden im Zuge der Wertermittlung ist zunächst eine sorgfältige Befundaufnahme des Gebäudezustands und dessen Erhaltungszustand erforderlich. In diesem Seminar wird der erforderliche Umfang der Befundaufnahme für die Verkehrswertermittlung zur Diskussion gestellt. Dabei wird auch thematisiert, ob bzw. in welchen Fällen der Immobilienbewertung die Hinzuziehung von Bausachverständigen bzw. die Durchführung von Bauteilöffnungen erforderlich sein kann.

Hinsichtlich der Berücksichtigung von Baumängel und Bauschäden im Zuge der Wertermittlung werden in diesem Seminar die drei gängigsten Bewertungsverfahren, das Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswertverfahren behandelt. Dabei werden die unterschiedlichen Möglichkeiten und die in der Praxis geläufigen Methoden zur Berücksichtigung von Baumängeln und Bauschäden aufgezeigt und anhand von Praxisbeispielen mit den Teilnehmern diskutiert. Dadurch ermöglicht dieses Seminar neben der fachlichen Expertise auch einen interessanten Meinungsaustausch unter den Teilnehmern und Vortragenden.

Dieses Seminar bietet Ihnen einen detaillierten Überblick über die möglichen Vorgangsweisen in der Praxis zur Berücksichtigung von Baumängel und Bauschäden im Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswertverfahren.

Vortragende:

Architekt Bmstr. Dipl.-Ing. Roland Popp

Vizepräsident des Hauptverbandes der Gerichtssachverständigen Österreichs und Vizepräsident der Gerichtssachverständigen im Landesverband Wien, NÖ und Burgenland, Ziviltechniker und Immobilientreuhänder, Gerichtssachverständiger in Zivil- und Strafsachen für Bauwesen, Hochbau und das gesamte Immobilienwesen (Immobilienbewertung und -verwaltung); Lehrbeauftragter im Bereich der Bau- und Immobilienwirtschaft an mehreren österreichischen Universitäten.

Architektin Dipl.-Ing. Julia Neuruhrer

Sachverständige für Bauwesen und Immobilien, Büroleiterin im Gerichtssachverständigenbüro Popp, regelmäßige Vortragstätigkeit zur Immobilienbewertung beim Hauptverband der Gerichtssachverständigen, Akademie für Recht und Steuern und Linde Campus.

Weitere Information

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Veranstalter - Sprengnetter Austria GmbH

 

Datum und Uhrzeit

31.01.2023, 10:00 - 12:00
 

Ort

Online-Veranstaltung

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